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Flüssig und mit guter Betonung

08.11.2018 13:39

Die sechs Teilnehmer des Vorlesewettbewerbs: Burcu Erdogan, Iva Dugandzic, Gewinner Nico Smerdka, Reyhan Dogan, Maroua Rida und Dilara Coskus (von links). Foto: Rüdiger Koslowski
Die sechs Teilnehmer des Vorlesewettbewerbs: Burcu Erdogan, Iva Dugandzic, Gewinner Nico Smerdka, Reyhan Dogan, Maroua Rida und Dilara Coskus (von links). Foto: Rüdiger Koslowski

Vorlesewettbewerb an der Anne-Frank-Schule - Nach der sechsten Klasse lässt das Interesse am Buch nach

Lesen gehört zu unserem Alltag: ob beim Einkäufen oder vor dem Bildschirm des Computers. An der Anne-Frank-Schule motiviert der Vorlesewettbewerb die Sechstklässler zum Lesen.

Die Spannung steigt, während sich die Jury zur Beratung zurückzieht. Die Schüler der sechsten Klasse an der Anne-Frank-Schule warten auf der Couch und versuchen, sich abzulenken. Essen und Trinken ist erlaubt, denn schließlich haben sie soeben viel Energie verbraucht.

Dann kommt der große Moment. Marion Kippert-Ackermann, die Leiterin der Bibliothek, verkündet den Sieger des Vorlesewettbewerbs. „Es gibt keinen Verlierer, alle haben den dritten Platz“, verkündet sie. Stimmt nicht ganz, denn ein zweiter und ein erster Platz werden ebenfalls vergeben. Reyhan Dogan aus der Klasse 6.2 freut sich riesig über ihren zweiten Platz. Und Sieger Nico Smerdka aus der Klasse 6.3 jubelt selbstbewusst: „Ja, ich wusste es“. Er las von den sechs Teilnehmern für die Jury, die mit der Bibliotheksleiterin, Deutschlehrern und einem Referendar besetzt war, am besten.

„Der Sieger war schnell klar“, meint denn auch Jessica Betz, die Fachleiterin Deutsch an der Anne-Frank-Schule. Der zweite Platz sei jedoch unter den Preisrichtern ein wenig länger ausdiskutiert worden.

Ein unbekannter Text
Nico darf nun im Februar zum Regionalentscheid. Der Schüler ist bei Vorlesewettbewerben kein unbeschriebenes Blatt. Er hatte bereits an der Grundschule in der ersten und vierten Jahrgangsstufe gewonnen, erzählt er fröhlich.

Zunächst sollten die Teilnehmer in der Mediathek ein eigenes Buch vorstellen. Nico wählte „Das Vamperl“ von Renate Welsh aus, weil das Buch lustig und zugleich spannend sei. Reyhan Dogan las aus „Der unheimliche Magier“ von Anne Schallen Das Buch biete viele Rätsel und viele Lösungen an, sagt sie. Aus dem eigenen Buch vorzulesen, das lasse sich zu Hause gut üben. Deshalb sollten die Schüler zudem aus einem unbekannten Text vorlesen. Betz suchte „Die drei !!! - Der Graffiti-Code“ aus. Dabei waren durchaus Unterschiede bei den sechs Teilnehmern zu erkennen. Die Spanne reichte von flüssig über holprig bis hin zu stark betont und schnell gelesen.

Reyhan fand den fremden Text nicht so schwer und für Nico war das „easy“, wie er sagt. Die beiden Kinder lesen ausgesprochen gerne. Nico will neue Bücher kennenlernen und kann mit dem Lesen die Sprache verbessern. Auch Reyhan liest, weil sie aus den Geschichten etwas Lernen und ihr Deutsch verbessern kann.

Betz war mit dem Leseniveau der Teilnehmer jedenfalls zufrieden. Insgesamt sei die Lesekompetenz in der sechsten Klasse gemischt. Einige Kinder lasen sehr gut, andere würden dagegen Unterstützung benötigen. In der fünften und sechsten Jahrgangsstufe werde das flüssige Lesen noch trainiert.

Anreiz schaffen
Sie betrachtet den Vorlesewettbewerb mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Denn in der sechsten Jahrgangsstufe sei die Begeisterung für das Lesen bei den Kindern noch sehr groß, die Schüler seien sehr motiviert. Das hänge nicht zuletzt mit dem Lesewettbewerb zusammen, für den die Schüler im Unterricht vorbereitet werden. In den folgenden Jahrgangsstufen nehme die Lust auf die Bücher indessen ab. Die Schule bemüht sich, gegenzusteuern. Beispielsweise mit dem Programm „Antolin“, einem Leseförderprogramm, bei dem die Schüler unter anderem Bücher bewerten können. Kippert- Ackermann entwickelte ein Punktesammelsystem, bei dem die Schüler nach einer gewissen Anzahl von gelesenen Büchern eine Belohnung erhalten.

Auch die Deutschlehrerin machte darauf aufmerksam, dass lesen in allen Schulfächern notwendig sei und motiviert zum Lesen. In ihrer Klasse erhalten die Besten ein Buch für die Sommerferien und sie selbst liest Jugendbücher, um sie weiter empfehlen zu können.

Erschienen am 08.11.2018 im Rüssesheimer Echo
Autor: Rüdiger Koslowski

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