Soziales Lernen an Schulen: Begründung

  1. Schule muss auf die sozialen Defizite der Schüler reagieren: IST-ZUSTAND
  2. Grenzüberschreitungen bei Auseinandersetzungen
  3. Offenlegung vermeintlicher Schwächen des Gegenübers • verbales Mobbing • Ausspielen der physischen Überlegenheit • Erpressungen und Drohungen

  4. Soziales Lernen
  5. Das mangelnde Selbstbewusstsein trübt die eigene Meinung bzw. die öffentliche Meinungsäußerung 
Was kann die Schule zur Erziehung eines Selbstbewussten Menschen beitragen?

Beitragsleistung zur eigenen Identitätsfindung

  • Förderung der Eigenwahrnehmung
  • Entwicklung empathischer Fähigkeiten

  • Soziales Lernen
  • Steigerung des Selbstwertgefühls
  • Aufzeigen eigener Stärken: z. B. Sport - Musik
  • Beachtung und Achtung des Kindes
  • Entwicklung der Eigenverantwortung und Zuverlässigkeit
  • Entwicklung der Verantwortung und Zuverlässigkeit gegenüber Personen und dem Lebensraum

Zielsetzungen des sozialen Lernens (Teilaspekt Identität) für die Klassenstufen 5 – 10

Lernzieldefinition für die Klassenstufen 5 + 6: „Erste Ansätze“

Orientierungsphase

  • Die Gruppenmitglieder akzeptieren sich gegenseitig
  • Die Gruppenmitglieder fühlen sich für ihr Lernen und Verhalten verantwortlich
  • Jedes Gruppenmitglied nimmt sich als Teil der Gruppe wahr
Lernzieldefinition für die Klassenstufen 7 + 8: „Weiterführung“

Pubertät

  • Weiterentwicklung der Punkte aus der Orientierungsphase
  • Vermittlung gesellschaftlicher Normen und Werte
    • Eigene Freiheit hört dort auf, wo die Freiheit des anderen beginnt
    • Einhaltung von Verbindlichleiten
    • Übernahme von Verantwortung
  • Reflexion und Hilfestellung der pubertären Situation der Schüler/innen
Lernzieldefinition für die Klassenstufen 9 + 10: „Weiterführung“

Übergangsphase von Schule zur Berufswelt

  • Weiterentwicklung der Punkte aus der Orientierungsphase und der Pupertät
  • Reflexion der Selbstdarstellung im gesamtgesellschaftlichen Kontext
  • Interpretation verbaler und nonverbaler Kommunikationsstrukturen

Umsetzung des Lernbereichs „Soziales Lernen“ an der Anne-Frank-Schule

Lernzieldefinition für die Klassenstufen 5 + 6: „Erste Ansätze“

Zeitrahmen für das soziale Lernen in jeder Klassenstufe:

1 Schulstunde/Woche

  • (Inhaltliche und zeitliche Verbindung zur Klassenratsstunde suchen)


Stundenbetreuung:

Im Idealfall sollte die Schulstunde zum sozialen Lernen von beiden Klassenlehrern betreut werden.


Integration des Sozialarbeiters:

In regelmäßigen Abständen bzw. bei besonderer Notwendigkeit sollte ein Sozialarbeiter/in an der Schulstunde beteiligt sein.


Soziales Lernen als Bestandteil aller Unterrichtsfächer:

Erweiterung aller Fachcurricular - Beispiel für den Literaturunterricht

Für die Klassenstufe 7 + 8, aber insbesondere für die Klassenstufen 9 + 10 ist eine Reflexion der eigenen Identität über den Umgang mit Literatur zu suchen. Die Aufarbeitung folgender Aspekte ist über den Literaturunterricht bestens zu leisten:

  • Identität
  • Rollenverhalten
  • Gruppendynamik
  • Wirkung des Selbstwerts
  • Kommunikationsstrukturen
  • Standpunkt / Meinung

Die Schüler/innen setzen sich zunächst kognitiv mit Figuren der Literatur auseinander, darüber hinaus sollte der Literaturunterricht methodisch derart gestaltet sein, dass ein Lernen mit „Kopf, Herz und Hand“ gewährleistet ist. Nur so wird sichergestellt, dass eine vollständig reflektierte Identifikation mit den/der Protagonisten ermöglicht wird und daraus ein ganzheitlicher Lernerfolg - ganz im Sinne des sozialen Lernens - resultiert.

Der Literaturunterricht wir hier nur beispielhaft angeführt. Ziel ist es, die Integration des sozialen Lernens in möglichst allen Unterrichtsfächern zu fördern.