Internationale Beziehung mit Polen

Schüleraustausch mit dem Gymnasium Nr. 1 in Dzierzoniow und der AFS Raunheim

Der Austausch zwischen "Polen und Deutschland" fand in der Woche vom 10.6. - 14.6.2013 statt. Das Zusammentreffen der beiden Schulgruppen, darunter 15 polnische und 11 deutsche Schüler, sollte vor allem den gegenseitigen Austausch anregen, Vorurteile beseitigen und zu neuen, anregenden Freundschaften verhelfen. Das vielfältige Programm dieser Woche beinhaltete geschichtlich-kulturellen und sport- und freizeitorientierten Aktivitäten, bei denen die Schülerinnen und Schüler sprachliche und kulturelle Barrieren überwinden mussten, um gemeinsam etwas zu erreichen.

Tag 1: Begrüßung und Ausflug nach Wiesbaden
Die Austauschgruppe durfte nach der Ankunft in Frankfurt und einem kurzen Empfang in der Schule gleich in die Landeshauptstadt Wiesbaden fahren, wo sie eine kleine Stadtführung erwartete. Neben den bekannten heißen Quellen sahen die Schüler den Hessischen Landtag, das Casino und die Synagoge, von der nicht mehr als ein beeindruckendes und bewegendes Denkmal geblieben ist, auf dem die Namen der von dort deportierten jüdischen Bürger während des Dritten Reiches stehen. Am Ende des Ausfluges gab es für die einen noch etwas Zeit, in den Läden der Altstadt Wiesbadens shoppen zu gehen und für die anderen gab es riesige Eisbecher.

Tag 2: Sportliches Miteinander und ein Nachmittag am Waldsee
Nachdem sich die Gruppe nun schon besser kannte, startete sie am Morgen des zweiten Tages mit einer Schulralley in "gemischten Teams"- das heißt die deutschen und polnischen SchülerInnen mussten sich untereinander zu verständigen, um gemeinsam die Aufgaben zu lösen. Der "Teamgeist" wurde weiter angeregt, als die Austauschgruppe danach Völkerball und Brennball spielte, wieder in gemischten Teams - hier allerdings rückte die Sprache vorübergehend in den Hintergrund. Am Nachmittag ging es an den Waldsee nach Rüsselsheim. Neben Baden und Sonnetanken zeigten uns unsere polnischen Gäste hier auf dem Sandplatz, wie gut sie Volleyball spielen. Ein Grillabend am Naturfreundehaus in Rüsselsheim und ein Vortrag über einige kleinere Tiere des Waldes beendeten den Tag.

Tag 3: Klettergarten Ostpark und die Bedeutung von Heimat und Fremde
Klettern und dabei in die Höhe steigen bedeutet für viele, natürliche Ängste zu überwinden. Die Schüler der beiden Schulen hatten in den beiden Tagen zuvor anfängliche Berührungsängste weitgehend überwunden. Nun galt es, sich gegenseitig zu animieren und zu helfen und so schwindelnde Höhen im Klettergarten zu meistern. Im Anschluss machten sich Polen und Deutsche Gedanken darüber, was für sie Heimat und Fremde bedeutet. Ihre Gedanken hielten sie in Form von Bildern auf Plakaten fest. Am Abend wurden hessische und polnische Spezialitäten ausgetauscht: Auf einem Tisch gab es polnische Wurst, Pirogi (polnische Teigtaschen) und Bigos (Kraus) und auf dem anderen Tisch grüne Soße mit Kartoffeln und Ei.

Tag 4: Ein Tag in Frankfurt
In Frankfurt erwartete die Gruppe am letzten gemeinsamen Tag ein Besuch auf dem Main Tower und gleich im Anschluss eine spannende Führung durch das Dialog-Museum, bei der die Schüler in vollkommener Dunkelheit auf ihre übrigen Sinne vertrauen mussten. Es wurden lediglich 2 Euro verloren, alle Schüler kamen im letzten Raum, der Dunkelbar an, wo sie Getränke und Snacks bestellen konnten. Der Abschlussabend an diesem letzten Tag zeigte, dass in den gemeinsamen Tagen neue Freundschaften geschlossen worden waren und dass einigen Schülern der bevorstehende Abschied schwerfiel. Doch es wurden Pläne für die Sommerferien geschmiedet, die polnischen Freunde zu besuchen.
Dank gilt besonders den Eltern, die unsere Austauschwoche tatkräftig durch Kochen, Fahrdienste, fehlende Bettwäsche und einigen guten Tipps unterstützten. Außerdem unterstütze die Austauschwoche die Stadt Raunheim, der Kreis Groß-Gerau, der Förderverein der Anne-Frank-Schule, das DPJW und die Sparkasse Raunheim.

Julia Schuh