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Luftballons für Anne Frank

14.06.2014 16:55

Gesamtschule beteiligt sich an bundesweiter Aktion zum 85. Geburtstag von Anne Frank

Zum Gedenken an Anne Frank steigen blaue Luftballons in den Himmel. (Foto: Rüdiger Koslowski)
Zum Gedenken an Anne Frank steigen blaue Luftballons in den Himmel. (Foto: Rüdiger Koslowski)

Die Anne-Frank-Schule beteiligte sich an einem bundesweiten Gedenktag für ihre Namensgeberin. Zum Abschluss wurden 85 Luftballons gen Himmel geschickt. Anne Frank wäre am Donnerstag 85 Jahre alt geworden.

Eigentlich sollten 85 blaue Luftballons in den Himmel steigen. Ein paar wenige gingen allerdings vorher verloren, weil die Schüler entweder unachtsam waren oder ihren Luftballon absichtlich losließen. Dennoch war das Bild beeindruckend, als die Schüler der sechsten Jahrgangsstufe auf Kommando ihre Luftballons aufsteigen ließen.

Die Namensgeberin der Integrierten Gesamtschule hätte am Donnerstag ihren 85. Geburtstag feiern können, wäre sie nicht Anfang März 1945 im Konzentrationslager Bergen-Belsen gestorben. Die Gesamtschule beteiligte sich an einer bundesweiten Aktion des Anne-Frank-Zentrums in Berlin. Anlässlich des Geburtstages wurden über einhundert Schulen eingeladen, an der Gedenkaktion „Wolkenlos“ teilzunehmen, 62 sagten zu. Der Titel der Aktion lehnt sich an eine Textpassage in Anne Franks Tagebuch vom 23. Februar 1944 an: „Solange es das noch gibt, (...) diesen Sonnenschein, diesen Himmel, an dem keine Wolke ist, so lange kann ich nicht traurig sein“.

Das Aufsteigen der Luftballons war übrigens bei der Deutschen Flugsicherung angemeldet und der Abschluss eines ereignisreichen Tages an der Anne-Frank-Schule. Jede Jahrgangsstufe beschäftigte sich mit einem oder zwei Projekten, berichteten die Organisatorinnen Katharina Kohl, Jane Zwinscher, Isabelle Grimm und Marion Kibbert-Ackermann.

Die Klassen der fünften Jahrgangsstufe beschäftigten sich noch indirekt mit Anne Frank. Sie sprachen über Akzeptanz und Toleranz. In einer Schreibwerkstatt versuchten sie, sich in die Situation von ausgegrenzten Personen zu versetzen.

Die sechsten Klassen stiegen dann tiefer ein und lasen Abschnitte aus dem Tagebuch. Im Internet recherchierten sie für einen Steckbrief und stellten einen Fragenkatalog für den Cousin Anne Franks, Buddy Elias, zusammen.

Auf der Suche nach den Stolpersteinen
Die siebte Jahrgangsstufe begab sich auf Spurensuche und fand die Stolpersteine im Stadtgebiet. Die Klassen der achten Jahrgangsstufe waren auch bei den Stolpersteinen und hörten sich zudem einen Vortrag des früheren Lehrers Fritz Radlinger an, den sie sehr interessiert verfolgten.

Ein Teil der neunten Klassen hatte eine Begegnung mit der Zeitzeugin Liesel Binzer aus Offenbach. Sie war im KZ Theresienstadt inhaftiert und berichtete aus ihrem Leben. Die Schüler waren von ihrer Geschichte sehr berührt. Der andere Teil sah in Zusammenarbeit mit dem Kino- und Kulturverein einen US-amerikanischen Spielfilm von 1959 über Anne Frank. Die zehnten Klassen besuchten die Pestalozzischule und sprachen mit den Viertklässlern über Anne Frank.

Ziel der Schule ist nun, den Geburtstag von Anne-Frank jedes Jahr zu begehen und mit den Schülern einen Projekttag durchzuführen. Denn die Schüler hätten sich begeistert beteiligt und mitunter auch sehr betroffen über das Schicksal von Anne-Frank gezeigt, berichteten die Organisatorinnen. „Wir haben unser Ziel erreicht. Der Name Anne Frank ist heute in aller Munde“, freute sich Isabelle Grimm.

Der Name des im Konzentrationslager ums Leben gekommenen Mädchens spielt an der Schule eine große Rolle. Anne Frank wird bereits im Gesellschaftslehreunterricht der fünften Jahrgangsstufe thematisiert. Ihr Schicksal wird altersgerecht aufgearbeitet.

In der von Marion Kibbert-Ackermann geleiteten Mediathek ist ein Regal mit Büchern über Anne Frank und die Verfolgung der Juden gefüllt. In der Pausenhalle können die Schüler und die Besucher ein Portrait des jüdischen Mädchens betrachten.

Die Namensgeberin der Schule hat auch ihren Anteil an der intensiven Beschäftigung mit Toleranz. Der Anteil von Schülern mit Migrationshintergrund ist hoch, die kulturelle Vielfalt ist groß. Die Schüler sollen lernen, sich gegenseitig zu akzeptieren und zu respektieren.

Erschienen am 14.06.2014 im Rüsselsheimer Echo
Autor: Rüdiger Koslowski

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