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Lotsen begeistern für ihre Schule

23.01.2018 16:37

Melisa Cinar und Seyma Ural stellen ihre Schule vor. (Foto: Rüdiger Koslowski)
Melisa Cinar und Seyma Ural stellen ihre Schule vor. (Foto: Rüdiger Koslowski)

Melisa Cinar und Seyma Ural zeigen beim Rundgang, was die Anne-Frank-Schule zu bieten hat

Die beiden Teenager Melisa Cinar und Seyma Ural besuchen die zehnte Jahrgangsstufe der Anne-Frank-Schule. Beim Tag der offenen Tür stellen sie sich und ihre Schule vor.

Melisa Cinar und Seyma Ural werden die Anne-Frank-Schule im Sommer verlassen. Die beiden Schülerinnen der zehnten Jahrgangsstufe wollen ihre Schullaufbahn noch nicht beenden. Seyma strebt das Abitur an der Rüsselsheimer Gustav-Heinemann-Schule an, Melisa hat sich das Fachabitur mit dem Schwerpunkt Wirtschaft an der Werner-Heisenberg-Schule, ebenfalls in der Nachbarstadt, als Ziel gesetzt.

Noch fühlen sich die beiden Mädchen aber der Anne-Frank-Schule verpflichtet. Für den Tag der offenen Tür erklärten sie sich deshalb bereit, als Schülerlotsen die Besucher durch das Schulgebäude zu führen. "Wir wollen, dass die Eltern ihre Kinder an der Anne-Frank-Schule anmelden", meint Melisa. "Die Kinder fühlen sich wohler, wenn sie sich vorher die Schule anschauen", sagt Seyma. Deshalb finden sie auch den Tag der offenen Tür wichtig.

Die 16-jährige Melisa wuchs in Raunheim auf, wechselte von der Pestalozzischule an die Anne-Frank-Schule. Die Eltern hatten sich für die Schule am Waldrand entschieden, weil die Tochter nur einen Fußweg von zehn Minuten zurücklegen muss. Die ein Jahr jüngere Seyma war vor dem Wechsel in die fünfte Jahrgangsstufe von Neu-Isenburg nach Raunheim gezogen, Cousine und Cousin besuchten bereits die Gesamtschule.

Hip-Hop mit Respekt
Für die Führung am Tag der offenen Tür mussten sich die beiden sympathischen und aufgeschlossenen Mädchen nicht extra vorbereiten. "Wir besuchen ja die Schule", sagen sie beide voller Überzeugung.

"Hier ist der Musikraum", informiert Melisa. Schulsozialarbeiterin Eva Stritzke gesellt sich hinzu und erzählt, dass die Schule ein Projekt mit dem Rapper Riccardo Montero angeboten hatte. Die Schüler lernten beim Hip-Hop Werte wie Toleranz und Respekt kennen. Die beiden Mädchen führen durch die Schulflure, wo der Fachbereich Kunst eine Ausstellung zeigt. Dann geht es in einen Computerraum. Den loben die Schülerinnen. "Ich finde gut, dass es den PC-Raum gibt. Einige können sich keinen Computer leisten", sagt Seyma. Melisa wählte EDV als Wahlpflichtfach, Seyma Französisch, wissend, dass sie dann auf der Sekundarstufe zwei nur noch ein Jahr Französischunterricht haben wird. Eben brachten die beiden ihre Pflichtprüfung für den Hauptschulabschluss hinter sich. Melisa erstellte eine Präsentation über die Geschichte der Marke Coca Cola, Seyma über Pilze. Im Februar werden sie für den Realschulabschluss geprüft. Melisa bereitet einen Vortrag über die Erkrankung Neurodermitis, Seyma über den Raketeningenieur Wernher von Braun vor.

Die beiden loben ihre Schule und besonders die Lehrer. Wenn sie im Unterricht nicht alles verstanden haben, dürfen sie ihre Lehrer auch nach der Stunde ansprechen. "Die Lehrer gehen auf unsere Probleme ein", berichtet Seyma.

THW zu Gast in Physik
Zuhause keine Aufgaben bewältigen zu müssen, stattdessen in der Schule bei Begleitung der Lehrer Aufgaben erledigen, das findet Melisa gut.
Den naturwissenschaftlichen Trakt erwähnen sie ebenfalls extra. Der bleibt heuer aber geschlossen. Die Schüler der Fächer Chemie, Biologie und Physik stellen im Schulgebäude Projekte vor. Das Fach Physik
hat das Technische Hilfswerk (THW) zu Gast. Beim Abseilen im Treppenhaus lernen die Besucher und Schüler etwas über technische Physik. Mit dem Einsatz des Rettungsdienstes will die Schule zudem für das Ehrenamt werben, betont Physiklehrerin Gudrun Temesvary.

So richtig schlecht finden Seyma und Melisa an ihrer Schule eigentlich nichts. Doch, Seyma fällt etwas ein: In der Mediathek seien keine Sachbücher zu finden, hat sie festgestellt.

Großes Plus: offene Lernräume
Die Anne-Frank-Schule besuchen derzeit 555 Schüler, die von 55 Lehrern unterrichtet werden, informiert Schulleiterin Petra Boulannouar. Für sie ist das große Plus, dass die Schule offene Lernräume einführte. Die Schüler sollen dort selbständig Aufgaben erarbeiten. Das dürfen sie sowohl während der Lernzeiten, als auch im Unterricht. Frontalunterricht wird kaum noch praktiziert. Vielmehr werden die Kinder entsprechend ihrer Abschlussziele individuell gefördert und arbeiten eigenständig.

Im Schuljahr 2016/17 erreichten 43,7 Prozent die Eignung für den Übergang an eine gymnasiale Oberstufe. 19,7 Prozent für die Fachoberschule. 33,8 Prozent der Schüler gelang der Realschulabschluss und 2,8 Prozent schafften den qualifizierten Hauptschulabschluss.

Erschienen am 23.01.2018 im Rüsselsheimer Echo
Autor: Rüdiger Koslowski

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