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Inspiriert von Skandinavien

12.12.2016 13:49

Ein neues pädagogisches Konzept wird vorgestellt / Selbstständiges Lernen und mehr Sport

In Mitteleuropa gilt das skandinavische Schulsystem als das große, erstrebenswerte Vorbild. Das Besondere an den Schulen im hohen Norden ist, dass dort nicht nur viel weniger Schüler in einer Klasse sind, sondern dass die Schüler meistens von mehr als einem Lehrer betreut werden und viel selbstständiger und selbstorganiserter arbeiten. In der Anne-Frank-Schule (AFS) in Raunheim scheint man sich, im Rahmen der deutschen Möglichkeiten, an diesem Konzept zu orientieren. Das war zumindest der Eindruck, der bei der Vorstellung des pädagogischen Konzepts vergangenen Freitag geweckt wurde.

Ganztagsunterricht mit 35 Stunden
Katharina Kohl und Inge Herrmann betonten dabei die Art und Weise, wie die Schüler selbst in ihre Lernentwicklung eingebunden werden. Hierbei baut die AFS auf ein Ganztagskonzept, das 35 Unterrichtsstunden umfasst; das seien drei bis vier mehr als vorgesehen. Diese Extrastunden werden als individuell betreute Lerneinheiten über die Woche verteilt, die die Schüler entweder zum Ausbauen ihrer Stärken oder zum Aufholen ihrer Schwächen nutzen können. Im Fokus stehe dabei die selbstständige und selbstreflexive Arbeit, die Klassen der Stufen 5 und 6 werden zudem von jeweils zwei Lehrkräften betreut.

Die 90-minütigen Unterrichtseinheiten gäben den Schülern zudem die Möglichkeit, sich besser auf das Fach zu konzentrieren und den Übungsplan in den Unterricht zu integrieren, sodass auf Hausaufgaben weitestgehend verzichtet werden könne.

Zentral bei dem modernen Schulkonzept sind die sogenannten Lernentwicklungsgespräche. Dieser etwa 30-minütige Austausch soll halbjährlich stattfinden und mit dem Schüler eruieren, wo er steht und wo er hingeht. Dabei soll der Schüler selbst einschätzen, was er erreicht hat und was er noch erreichen möchte, und somit selbst Teil der Entwicklung des individuellen Lehrplans sein.

Bei einer Ganztagsschule sei ein ausgewogenes Verhältnis von Pausen und Lernphasen essentiell, betonte Herrmann und wies auf die vielseitigen Möglichkeiten der Pausengestaltung hin. Außergewöhnlich ist hier vor allem, dass die Sporthallen in den Pausen unter Aufsicht geöffnet sind und so ein umfangreiches Sportangebot für die sogenannte „Bewegte Pause“ besteht.

Für Abwechslung im Schulalltag sorgen auch die 25 AGs, die von rund 220 Schülern besucht werden. Darunter sind auch der 16-jährige Dustin und der 13- jährige Michael, die unter Aufsicht von Lehrer Ibrahim Albayrak an der Robotik-AG teilnehmen. Dort bauen und programmieren die Schüler selbst Roboter, basierend auf dem Lego Mindstorm EV3 System. „Das ist für Schulen besonders gut geeignet, weil es eine Art Baukastenprogrammierung ist“, sagt Dustin, der nach der Schule gerne IT-Systemelektroniker werden möchte.

Erschienen am 12.12.2016 in der Main-Spitze
Autor: Olli

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