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Ideenreich zur Umweltschule

17.03.2012 07:03

Eine digitale Schnitzeljagd und Naturerlebnis überzeugt die Jury

Die Fahne ist Zeichen für das Engagement von Schülern und Pädagogen für die Umweltbildung an der Anne-Frank-Schule.
Die Fahne ist Zeichen für das Engagement von Schülern und Pädagogen für die Umweltbildung an der Anne-Frank-Schule. (Foto: Jens Etzelsberger)

Ein Smartphone steht nicht gerade im Ruch, die Beweglichkeit junger Menschen zu fördern, von den Fingergelenken einmal abgesehen, die beim Bedienen der Tastatur mächtig gefordert sind. In der Anne-Frank-Schule ist es allerdings nicht nur gelungen, die schlauen Mobiltelefone zum Anlass für echte Bewegung zu machen, sondern auch, die neue Technik der mobilen Alleskönner mit dem Charme der Schnitzeljagd früherer Tage zu verbinden.
Konkret sieht das so aus: Eine Gruppe von Schülern hat sich während der Projektwoche, in Zusammenarbeit mit der mobilen Beratung Flörsheim, über die Programmierung sogenannter QR-Codes schlau gemacht. Das sind diese kleinen Quadrate mit dem schwarz-weißen Würfelmuster, die mittlerweile auf vielen Plakaten und Zeitungen zu finden sind. Mit einem geeigneten Telefon ausgelesen, offenbart das grafische Gewusel seinen Inhalt. Entweder eine Textnachricht oder die Verlinkung mit einer Internetseite.

Die Anne-Frank-Schüler haben mit diesen selbst gestalteten Codes einen Pfad durch die Stadt, entlang ihrer Lieblingsplätze angelegt. Wer den Hinweisen folgt, wird so etwa zu Schrägseilbrücke, ehemaligem Jugendhaus Perla oder zum Drachenspielplatz geführt. Am Ende der digitalen Schnitzeljagd liegt der Cache genannte Schatz: Aufkleber zum Mitnehmen und ein Logbuch, um sich zu verewigen. Ähnliches gibt es zwar schon beim sogenannten Geocaching, die Variante der Anne-Frank-Schüler hat aber den Vorteil, dass die unter Schülern weit verbreiteten Smartphones als Lesegeräte ausreichen und kein weiteres GPS-Gerät notwendig ist. Weiterer Nebeneffekt ist die medienpädagogische Komponente, denn die Schüler lernten nicht nur, wie solche QR-Codes gestaltet werden, sondern auch die damit verbundenen Gefahren kennen. Schnell mit einer Abzockerseite verlinkt, kann aus dem praktischen Spaß schnell teurer Ernst werden.

Ein zweites Projekt, ebenfalls durch die städtische Umweltpädagogin Karin Jechimer unterstützt, hat die Jury auch überzeugt: Die Aktivitäten der Natur AG. Dabei haben die Schüler nicht nur Stadt und näheres Umland erkundet, sondern auch einen Totempfahl für den Waldspielplatz gestaltet, die Weilbacher Kiesgruben und die Nutrias am Mönchbruch besucht und ein Waldsofa gebaut.

Und die Planungen für den nächsten Wettbewerb laufen schon. Der Naturgarten der Schule soll gestaltet und naturwissenschaftliche Bildung und Nachhaltigkeit in den Klassen fünf und sechs verbunden werden, so Biologielehrerin Ursula Rosenblatt. Für die früher normale zweckfreie Bewegung an frischer Luft müssten heute eben attraktive Anlässe geschaffen werden. Die Lage der Schule am Waldrand biete dafür perfekte Voraussetzungen, so Schulleiterin Petra Boulannouar.

Erschienen am 17.03.2012 im Rüsselsheimer Echo
Autor und Foto: Jens Etzelsberger

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