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Für Stärkung der Einrichtung einsetzen

17.03.2018 09:53

Die SPD-Landtagsabgeordnete Kerstin Geis und der bildungspolitische Sprecher der SPD-Fraktion, MdL Christoph Degen, haben sich vom stellvertretenden Schulleiter Abdullah Zeybeck (r.) in der AFS herumführen lassen. (Foto: Michael Kapp)
Die SPD-Landtagsabgeordnete Kerstin Geis und der bildungspolitische Sprecher der SPD-Fraktion, MdL Christoph Degen, haben sich vom stellvertretenden Schulleiter Abdullah Zeybeck (r.) in der AFS herumführen lassen. (Foto: M. Kapp)

SPD-Landtagsabgeordnete Kerstin Geis und bildungspolitischer Sprecher Christoph Degen zu Besuch

Die SPD- Landtagsabgeordneten Kerstin Geis und der bildungspolitische Sprecher der Landtagsfraktion, Christoph Degen, haben der Gesamtschule bei einem Besuch am Freitag Unterstützung bei der personellen und sachlichen Ausstattung versprochen. Ferner wollen sich die Landtagsabgeordneten für eine Stärkung der Bildungseinrichtung einsetzen.

Bereitschaft, Ausbildung zu machen, schwindet
Obwohl 75 Prozent der Schüler die Anne-Frank-Schule mit Abschlüssen verließen, die sie zu einem Besuch von Gymnasium, oder Fachoberschule befähigten, würden sich jedes Jahr mehr Eltern gegen einen Wechsel von der Grund- auf die Gesamtschule aussprechen. Auffällig sei dabei auch die zunehmend höhere Zahl an Kindern, die an eine der Gesamtschulen in den Nachbarstädten wechselten. Deren Zahl reiche mittlerweile aus, erklärte Schulleiterin Petra Boulannouar beim Besuch der Landtagsabgeordneten, um die Anne-Frank-Schule vierzügig werden zu lassen.
Von den Mitgliedern der Schulleitung wird bedauert, dass sich vor allem häufig auch bildungsferne Eltern bei der Frage, welche Schulform die geeignetere für ihr Kind sei, beratungsresistent zeigten. Es müsse mittlerweile offen von einer „Gymnasialisierung des Abendlandes“ gesprochen werden. Dabei, erklärt Inge Herrmann, die in der Schule für die Koordinierung des Ganztagsunterrichtes zuständig ist, würden dringend Schüler benötigt, die auch bereit seien, eine Ausbildung zu machen. „Wer will denn künftig unsere Rollstühle schieben, wenn alle Abitur machen und studieren wollen?“, fragte Herrmann.

An der Bildungseinrichtung, in der der hohe Migrantenanteil als ein Grund dafür gesehen wird, dass Eltern ihre Kinder an Schulen außerhalb Raunheims schicken, sind aber nicht nur zunehmend geringere Schülerzahlen zu beklagen, die direkt von der Grundschule wechseln. Man sehe sich zunehmend auch mit den Lasten, in Gestalt „gebrochener Schulabbrecher“, die vom Gymnasium an die Gesamtschule kämen, konfrontiert. In Verantwortung für die Entwicklung an der Anne-Frank-Schule wird auch die Landesregierung gesehen, die es mit rechtlichen Mitteln zu verhindern wisse, dass sich die Bildungseinrichtung aus eigenen Mitteln mit Personal und Sachmitteln weiter verstärken könne. Bedauert wird, dass der Kreis als Schulträger vor einigen Jahren nicht bereit gewesen sei, eine gymnasiale Oberstufe anzugliedern und stattdessen mit dem Neuen Gymnasium in Rüsselsheim sogar noch weitere Konkurrenz geschaffen habe.

Die SPD-Landtagsabgeordnete Kerstin Geis zeigte sich bei dem Treffen als begeisterte Anhängerin der integrierten Gesamtschule. Alle ihre vier Kinder, erklärte sie, hätten „aus purer Überzeugung“ die Gesamtschule besucht. So viel Begeisterung, sagte Petra Boulannouar, wünsche man sich auch von der hiesigen Elternschaft. Obwohl die Zahl der Kinder an der Grundschule weiter wachse und in diesem Jahr vermutlich erstmals neunzügig sein werde, kämen dennoch nicht mehr Schüler in der Anne-Frank-Schule an. Es wäre deshalb eine regionale Schulentwicklungspolitik von Nöten, in der die Schulen nicht in Konkurrenz zueinander stünden.

Erschienen am 17.03.2018 in der Mainspitze
Autor: Michael Kapp

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