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„Die USA sind ein sicheres Land“

17.06.2016 14:59

Die Raunheimerin Rojin Zirig nimmt am Parlamentarischen Patenschaftsprogramm (PPP) teil und reist für rund zehn Monate in die USA. Der Treburer Bundestagsabgeordnete Gerold Reichenbach (SPD) ist ihr Pate. (Foto: Alexander Heimann)
Die Raunheimerin Rojin Zirig nimmt am Parlamentarischen Patenschaftsprogramm (PPP) teil und reist für rund zehn Monate in die USA. Der Treburer Bundestagsabgeordnete Gerold Reichenbach (SPD) ist ihr Pate. (Foto: Alexander Heimann)

Massenschießereien, zuletzt in Orlando, ein Präsidentschaftskandidat namens Trump – das alles kann die 16-jährige Rojin Zirig aus Raunheim nicht erschrecken. Sie fliegt am 11. August für ein Schuljahr in die USA – mit einem gemeinsamen Stipendium des Deutschen Bundestages und des Kongresses der USA. Der Bundestagsabgeordnete Gerold Reichenbach hat für die Schülerin, die die Anne-Frank-Schule (Integrierte Gesamtschule) in Raunheim besuchte, die Patenschaft übernommen.

„Meine Klassenlehrerin hatte mich auf das Programm aufmerksam gemacht, weil sie wusste, dass ich unbedingt nach Amerika will“, erzählt Rojin Zirig. Der Grund für ihre USA-Affinität liegt in der Familie: Ihre ältere Schwester Dilber (21) lebte vor zwei Jahren als Au-pair in Conneticut und berichtete ihrer kleinen Schwester schillernd von ihren Erlebnissen.

Rojin Zirig wird nun für die Dauer eines Schuljahrs eine amerikanische Highschool besuchen. „Ich will dort Freunde finden, die Sprache richtig gut lernen und die Kultur kennenlernen“, sagt die Schülerin, die in Englisch auf einer guten Zwei steht, aber Englisch noch besser lernen will. Die Schulen dort, habe man ihr gesagt, werden streng bewacht.

„Die USA sind ein sicheres Land“, glaubt Zirig. Ob ihre Eltern keine Angst hätten? „Naja“, gibt sie zu. „Als das mit der Vorauswahl zum Stipendium immer weiter ging, haben sie schon Bammel gekriegt.“ Ihre Schwester war schließlich drei Jahre älter, als sie allein in die USA reiste. Doch via Skype, sagt Rojin Zirig, werden ihre Eltern sie regelmäßig am Bildschirm sehen. Welche Familie in den USA auf sie wartet und wo diese lebt, weiß die Schülerin noch nicht. „Das wird erst noch entschieden“, sagt sie.

„Es wird leider immer schwieriger – in Deutschland und in den USA – Gastfamilien zu finden“, bedauert der Bundestagsabgeordnete. Am liebsten würde Rojin Zirig in einer Großstadt leben, ein Leben auf dem Land, wäre aber auch okay. Und wenn die Familie andere Ideale habe als sie selbst? „Dann werde ich das akzeptieren und Verständnis zeigen.“ Sicherlich komme es immer mal wieder vor, dass die Chemie zwischen Stipendiat und Gastfamilie nicht passe, sagt Gerold Reichenbach, der insgesamt nun zum sechsten Mal eine Patenschaft übernommen hat. Doch diese Probleme sind bislang immer gelöst worden.

Nach dem Jahr in den USA, sagt Rojin Zirig, werde sie sicherlich selbstständiger sein und ihr Ziel, in Rüsselsheim an der Gustav-Heinemann-Schule das Abitur zu machen, verwirklichen.

Erschienen am 17.06.2016 in der Main-Spitze
Autor: Tatiana Roeder

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