Anne-Frank-Schule > Was war los? > Pressespiegel > Newsreader Presse

Die nigerianische Schriftstellerin Sefi Atta liest an der Raunheimer Anne-Frank-Schule

02.11.2013 12:37

„Guten Morgen, wie viele von Euch sind wach?“. Mit diesen Worten begrüßte Schriftstellerin Sefi Atta die rund einhundert Jugendlichen der Jahrgangsstufen neun und zehn der Anne-Frank-Schule, die das Vergnügen hatten an Attas Lesung teilzunehmen.

Bereits zum dritten Mal, nach 2009 und 2011, findet das Internationale Literaturfestival „Metropolitan – die erzählte Stadt“, die von der Frankfurter Romanfabrik organisiert wird, statt und dank engagierter Lehrkräfte gelang es nun die nigerianische Schriftstellerin Atta zur Lesung in die Raunheimer Schule einzuladen. Mit Ausschnitten aus ihrem Roman „It‘s my turn“ gab Sefi Atta, die 1964 in Lagos geboren wurde und mittlerweile in den Vereinigten Staaten lebt, einen Einblick in ihre Heimat Nigeria und speziell in das Leben in der Hauptstadt Lagos. Erzählt wird die Geschichte der jungen Nigerianerin Tolani, die von einem Dorf in die Hauptstadt zog, um dort ihr Glück zu machen. Obwohl die Geschichte um Tolani fiktiv ist, lebt der Roman von Attas eigenen Erinnerungen an Nigeria und ihre Kindheit und Jugend. Fast spürbar wird der Geruch auf Nigerias Straßen und Hinterhöfen, in denen es – so im Roman – immer nach angebrannten Bohnen riecht.

Neben den jugendlichen Zuhörern sind auch die Lehrkräfte von der Erzählung um Tolani gebannt, die zuerst in englischer Sprache von der Autorin selbst und dann von der Regisseurin und Schauspielerin Ellen Schulz auf Deutsch gelesen wird. Im Anschluss stellt sich Atta den Fragen der Jugendlichen und es wird klar, dass es in ihrem Buch nicht nur um die junge Frau und deren Schicksal, sondern vor allem auch um die politischen und sozialen Verhältnisse in Nigerias Hauptstadt geht.

Eigentlich seien es eher „langweilige“ Gründe gewesen, so Atta, die sie dazu bewegt hätten Nigeria zu verlassen und zum Studium nach England zu ziehen. „Es herrschte kein Krieg, ich war nicht politisch verfolgt, sondern wollte einfach nicht mehr zu Hause leben“, so Atta und gibt zu, immer dann ihren Lebensort gewechselt zu haben, wenn sie genug von diesem hatte. Auch zu politischen und religiösen Fragen der Schüler äußert sich Atta bereitwillig und es wird deutlich, dass das Herz der Autorin immer noch für Nigeria schlägt. „Solange ich einen Computer und ein Arbeitszimmer habe, bin ich glücklich“, sagt Atta und fügt hinzu: „Trotzdem möchte ich in Lagos leben, mich dort zu Ruhe setzen und auch jeden Fall dort begraben werden, denn ansonsten würde ich mich einsam fühlen.“

Erschienen am 02.11.2013 in der Main-Spitze
Autor: amm

Weitere Informationen befinden sich auf unserer Seite "Schülerbibliothek"

Zurück